Liebe Leser·innen!

Ein unscheinbarer Verlag, der mit öffentlichen Inseraten gefüttert wird und Propaganda für einen Wiener SPÖ-Bezirkspolitiker macht; hemmungslose Hofberichterstattung, ob im ÖVP-Parteiblatt oder in der Krone, der größten Zeitung des Landes; der Chefredakteur einer Qualitätszeitung, der den Mächtigen zu hahe kommt, und Anzeigenverkäufer, die über krumme Deals mit Politiker·innen berichten: DOSSIER hat zum zehnjährigen Jubiläum Österreichs Medienbranche und -politik unter die Lupe genommen und dabei Bemerkenswertes wie Besorgniserregendes zutage gefördert.

Gefahr für die Glaubwürdigkeit und die Demokratie

Am 17. Oktober 2012 ging DOSSIER erstmals online, um Missstände in Österreichs polit-medialem System aufzuzeigen. Unsere erste Story drehte sich um zig Millionen an Steuergeld, die von der Stadt Wien an die Gratiszeitung Heute geflossen waren und ihr zu einem fliegenden Start verholfen hatten. Es ging um die finanzielle Abhängigkeit der Medien von öffentlicher Werbung und um die wohlwollende Berichterstattung für jene Politiker·innen, die sie mit Steuergeld fütterten. Kurzum: Es ging um Inseratenkorruption – und wie sie die Glaubwürdigkeit von Journalismus und Politik untergräbt und letztlich der Demokratie an sich schadet.

Daran hat sich bis heute nichts geändert. Wenn Zeitungen unter Verdacht stehen, käuflich zu sein, stärkt das jene, die »Lügenpresse« schreien. Wenn Politiker·innen Deals abschließen, um in den Medien gut dazustehen, hilft das jenen, die den Staat als solchen infrage stellen. Dessen ungeachtet trieben die Politiker·innen ihr Spiel auf die Spitze – ein Spiel mit dem Feuer.

Seit Gründung ist DOSSIER werbefrei und kann deshalb ohne blinde Flecken berichten – darüber wie, damals wie heute, nicht nur der Boulevard, sondern auch Qualitätsmedien am Tropf  öffentlicher Werbebudgets hängen. Wie Politiker·innen die finanzielle Notlage vieler Verlage ausnutzen und das Publikum manipulieren, um selbst gut dazustehen. Wie medienpolitisch wichtige Posten parteipolitisch vergeben werden. Und wie Herausgeber·innen, die von der Inseratenpolitik profitieren, Reformen blockieren.

Wir kehren auch vor der eigenen Tür: Selbst DOSSIER ist in den vergangenen zehn Jahren – ganz ohne Werbung – in Abhängigkeiten geraten. Auch wir mussten faule Kompromisse eingehen – zum Jubiläum legen wir offen, wo wir unseren eigenen Idealen nicht gerecht wurden.

Ab sofort im Vorverkauf

Das Ergebnis unserer Arbeit finden Sie in der 8. Ausgabe des DOSSIER-Magazins mit dem Titel »Politik und Medien – Eine Abrechnung«. Ab sofort können Sie das Heft bestellen! Wie gewohnt ist das 100-Seiten-Magazin werbefrei. Bis zum 17. Oktober läuft unser Vorverkauf zum Preis von 20 statt 24 Euro.

P.S.: Am 17. Oktober 2022 um 20 Uhr präsentieren wir das Heft im Rahmen des DOSSIER-Hinterzimmers im Volkstheater Wien: Hier geht es zur Anmeldung für DOSSIER-Mitglieder – Tickets für Nichtmitglieder gibt es hier im Verkauf!

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