Das neue DOSSIER-Magazin: »Gruß aus der Küche – Ein investigativer Gastro-Guide«
Eine mehrmonatige Recherche offenbart gravierende Missstände in Österreichs Gastronomie: Wo wir speisen und feiern, werden andere ausgebeutet und fragwürdige Geschäfte betrieben.
Liebe Leser·innen!
In der neuen Ausgabe des DOSSIER-Magazins blicken wir hinter die Fassade einer Branche, die vielen von uns am Herzen liegt: der Gastronomie. Kaffeehaus, Heuriger oder Gasthaus sind in Österreich Institutionen und haben auch über die Landesgrenzen hinaus Strahlkraft. Darauf kann man stolz sein.
Taucht man jedoch ins Innere der Gastro-Welt ein, zeigt sich ein ganz anderes Bild: Was sich mitunter in den Küchen, nach der Sperrstunde, aber auch offen im Gastraum abspielt, ist oft erschreckend.
Belästigung von Mitarbeiter·innen, Erniedrigung von Lehrlingen, Schwarzarbeit und Abgabenbetrug, sogar dringender Verdacht auf Menschenhandel: Allein jene Gastro-Skandale, die in der jüngeren Vergangenheit in Österreich Schlagzeilen machten, kann man nicht als Einzelfälle abtun. Sie werfen Licht auf eine Branche, die mit schweren Problemen zu kämpfen hat.

Mehr als 70 Mitarbeiter·innen erzählen
Für das neue DOSSIER-Magazin »Gruß aus der Küche – Ein investigativer Gastro-Guide« haben wir mit mehr als 70 Gastro-Mitarbeiter·innen gesprochen. Sie berichten von weitverbreiteten Missständen und Machtmissbrauch: Sexualisierte Belästigung durch Gäste und Kolleg·innen. Illegale Arbeitsverhältnisse, Ausbeutung und Abhängigkeiten, die besonders die immer größere Gruppe der Arbeitsmigrant·innen betreffen. Übergriffe gegenüber Angestellten, die bis zu körperlicher Gewalt in der Spitzengastronomie reichen.
DOSSIER deckt in der neuen Ausgabe mutmaßlich systematische Schwarzarbeit und dubiose Bargeldpraktiken in bekannten Wiener Szenelokalen auf – darunter Pizza Randale, Weinschenke und Tewa. Dahinter verbirgt sich ein öffentlichkeitsscheuer Betreiber – gegen den nun aufgrund der Recherchen die Finanzpolizei ermittelt.
Wie nahe Ausbeutung und Luxus beieinanderliegen, zeigt der Fall eines gehobenen Wiener Restaurants: Dort sollen Arbeitsmigrant·innen aus Lateinamerika gezielt angeworben und ausgebeutet worden sein. Wie massiv Frauen in der Gastro belästigt werden, zeigen Fälle in Tirol und Wien – wie schwer es ihnen gemacht wird, dagegen vorzugehen, und warum viele Betroffene in der Folge die Branche verlassen, haben wir dabei ebenfalls untersucht.
Basis des Schwerpunkts sind die Recherchen von DOSSIER-Redakteur Markus Hagspiel, der seit zwei Jahren Österreichs Gastro-Welt kritisch unter die Lupe nimmt und bereits mehrere Skandale aufgedeckt hat: Gewalt im Wiener Lokal Wirr, Etikettenschwindel und Beschimpfung von Mitarbeiter·innen im Sternelokal von Konstantin Filippou sowie diverse Übergriffe gegenüber Lehrlingen im Tiroler Luxushotel Interalpen. Warum es gerade in der Spitzengastronomie teils die schwersten Missstände gibt, lesen Sie ebenfalls im neuen DOSSIER-Magazin.
Das Schweigen der Gastro-Medien
Kritische Berichte über Österreichs Gastro-Branche sind bislang Mangelware. Das liegt auch an dem Naheverhältnis zwischen heimischen Gastro-Medien und der Branche. Der mediale Platzhirsch, der Falstaff-Verlag, wird vom ehemaligen PR-Berater und Lobbyisten Wolfgang Rosam geführt. Er macht mit werbeähnlichen Berichten und Rezensionen sein lukratives Geschäft – und verwischt dabei die Grenze zwischen Journalismus und Inseraten. Missstände und Skandale stören da nur und werden bei Rosam und Co kleingeredet oder totgeschwiegen.
DOSSIER schließt nun diese Lücke, und Sie werden sehen: Es gibt einiges zu berichten.







