Er ist eine lebende Legende. Peter Schröcksnadel, der Präsident des Österreichischen Skiverbandes (ÖSV). Der mächtigste Mann im heimischen Skizirkus baute den ÖSV zum erfolgreichsten und wohl reichsten Skiverband der Welt aus.

Sein Karrierepfad ist vollgepflastert mit Medaillen und Millionen: Österreichs Skiteam gehört zu den besten der Welt, und Schröcksnadels Firmenreich ist hochprofitabel. Doch auf dem Weg nach oben ist die Luft dünn – und nicht alles eitel Wonne. Der polternde Tiroler hat viele Gegner, die wenigsten trauen sich aus der Reserve. Zu groß ist die Angst, von ihm abserviert zu werden. Kritische Berichte über den knorrigen Schneekönig sind dementsprechend selten.

Ideale Voraussetzungen für eine ausgiebige DOSSIER-Expedition in die Glitzerwelt des ÖSV. Wer ist dieser Peter Schröcksnadel? Wie funktioniert die Geldmaschine ÖSV? Wie steht es um die zahlreichen Skandale, wo es um den Missbrauch von Ämtern, Macht und Menschen geht? Und was wird sich im politisch verfilzten Skiverband ohne „Schröcksi“ künftig ändern?

Über den Sportfunktionär Peter Schröcksnadel, der 21 Sportministerinnen und -minister überdauerte, gibt es viel zu erzählen. Es sind Geschichten von Machtmissbrauch, vollgespickt mit Widersprüchen. Da wäre der ehrenamtliche Vereinsboss, der sich offiziell für die Allgemeinheit einsetzt und privat davon profitiert. Ein Mann, der mit Politik und Presse Schlitten fährt und gleichzeitig packelt.

Was das in einem Land bedeutet, in dem „Skifoan“ nicht nur das „Leiwandste“, sondern geradezu heilig ist, ist für Nichtösterreicher kaum vorstellbar. Denn der „Präsident“ formte eine Organisation, die alles verkörpert, was in Österreichs Sport falsch läuft: ein System der Intransparenz und der Interessenkonflikte, bei dem Tarnen und Täuschen zum Alltag gehört.

Im ÖSV wird vor Ausbeutung und Drohungen nicht zurückschreckt und eine weitverzweigte Struktur bedient, die bis ganz nach oben reicht: zu den Seilbahnbossen, den Hoteliers und natürlich der Politik. Es ist ein System, das unfair ist und skrupellos – und einem Mann untergeordnet ist: Göttervater Schröcksnadel, der im ÖSV-Olymp uneingeschränkt Skiheldinnen und -helden erschaffen und auch zerstören kann.

Die Allmacht des Peter Schröcksnadel hat über Jahrzehnte das Entstehen einer Unkultur begünstigt, die in den vergangenen Jahren langsam aufbricht. Die Aufarbeitung des langjährigen Missbrauchs im Skirennsport erfolgt schleppend – ein Hohn für die Opfer.

Erst der konsequente Druck von außen, wie etwa die öffentlichkeitswirksame Initiative der Ex-Rennläuferin Nicola Werdenigg, deren Enthüllungen die dunkle Seite des ÖSV offenbarten, zwang die alten weißen Männer des Wintersports zum Handeln.

Der ÖSV stammt aus einer Zeit, in der Patriarchen regierten und Geheimnistuerei zum Geschäftsmodell gehörte. Das hat sich geändert, die Gesellschaft hat sich gewandelt. Höchste Zeit für den ÖSV, mitzuziehen – ein Arbeitsauftrag für „Schröcksis“ Nachfolger.

Wie Schröcksnadel es geschafft hat, seinen Einfluss aufzubauen, zu welchen dubiosen Methoden er dabei griff; wie er die größten Medien des Landes, den ORF und die Kronen Zeitung, gefügig machte und bei alledem vor Ausbeutung, Drohungen und Grenzüberschreitungen nicht zurückschreckte, lesen Sie auf dossier.at.

Wir wünschen Ihnen viel Vergnügen bei der Lektüre.

Florian Skrabal

Für die DOSSIER-Redaktion

 

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