Sehr geehrte Leserin, sehr geehrter Leser,

Bald ist es ein Jahr her. Der 2. November 2020 ist einer dieser Tage, an die sich viele Menschen in Österreich noch genau erinnern; und wissen, was sie getan, mit wem sie den Abend verbracht haben. Damals geht ein junger Mann mit einem Sturmgewehr bewaffnet durch die Wiener Innenstadt, ermordet wahllos vier Menschen und verletzt 22 weitere zum Teil schwer. Noch am selben Abend ist klar: Es war ein Terroranschlag. Traumatisiert taumelt das Land nur Stunden später in einen monatelangen Corona-Lockdown.

Die Welt dreht sich weiter, ein Schleier des Vergessens legt sich über den Anschlag – das ist verständlich. Es gilt weiterzumachen, nach vorne zu schauen; auch wenn das schwerer fällt, je näher man dem Schrecken gekommen ist. Das haben wir während der vergangenen Monate in unseren Recherchen erfahren: von Hinterbliebenen, Expertinnen und den Behörden. Wir haben uns entschieden, gegen das Vergessen anzuarbeiten. Wir wollten genau hinschauen und hinhören. 

Deshalb widmen wir das nächste DOSSIER-Magazin einem Thema, das es – wohl oder übel – ernst zu nehmen gilt: politisch motivierte Gewalt. Anlass und Anfang der Recherche war der Anschlag in Wien: Wie ist es Hinterbliebenen seither ergangen? Warum konnte der Anschlag trotz eindeutiger Warnsignale nicht verhindert werden? Und welche Lehren haben Politik und Behörden daraus gezogen? Schnell wurde das Thema größer. 

Denn wer die nackten Zahlen betrachtet, erkennt, dass Österreich nicht nur mit Jihadismus zu kämpfen hat, sondern eine wachsende Gefahr von radikalen Rechten droht. Wir haben auch erkannt, dass das Behördenversagen nicht als Fehler Einzelner abgetan werden kann – sondern es seit Jahren systematische Probleme in der Terrorabwehr gibt. Und dass extremistische Gruppen besorgniserregende Verbindungen ins Innere der Sicherheitskräfte unterhalten. Dabei ist politisch motivierte Gewalt seit jeher ein Teil der Geschichte des Landes – auch ein Rückblick auf die vergangenen Jahrzehnte, in denen der Terror aus den unterschiedlichsten Richtungen kam, hilft, den Anschlag vom 2. November 2020 besser einzuordnen.

Ab sofort im Vorverkauf

Das Ergebnis unserer Arbeit finden Sie in der 5. Ausgabe des DOSSIER-Magazins mit dem Titel „Politisch motivierte Gewalt – eine Spurensicherung“. Ab sofort können Sie das Heft über unsere Website bestellen. Wie gewohnt ist das 100-Seiten-Magazin gänzlich werbefrei. Bis 11. Oktober läuft unser Vorverkauf zum Preis von 20 statt 24 Euro.

Erstmals präsentieren wir unsere Recherchen auch in einem dreiteiligen Podcast, der in Kooperation mit dem Radiosender Ö1 entstanden ist. Weiters haben wir ausgewählte Storys im Heft um spannende Audioelemente ergänzt. Damit wollen wir leisen Personen Gehör verschaffen, die in der lauten Welt der Terrorberichterstattung untergehen. Hören Sie sich an, was Hinterbliebene des Anschlags von Wien zu sagen haben und welche Antworten Expertinnen und Experten auf die Frage geben, wie wir in unserer Gesellschaft mit politisch motivierter Gewalt umgehen sollten.

Schauen Sie – und hören Sie – mit uns gemeinsam hin und nicht weg.

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